Mit Eichen in die Zukunft starten

Vor 100 Jahren gründete sich der «Holzproduzentenverband des Kantons Zürich». Zum Auftakt des Jubiläums versammelte Wald Zürich am 4. Februar Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft im Zunfthaus zur Zimmerleuten. Regierungsrat Markus Kägi gratulierte den Waldeigentümern, Slam Poet Kilian Ziegler brachte ihnen den Schmus. Mit dem Waldlabor auf dem Hönggerberg lanciert WaldZürich im Juni eine schweizweite Premiere.

Der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi ist viel im Wald, das merkte man dem Magistraten an. Denn er ist nicht nur als Baudirektor für Landschaft und Natur zuständig, sondern als Privatmann Jäger und Jagdaufseher. An die jubilierenden Waldeigentümer gerichtet sagte Kägi: «Es ist anzunehmen, dass die Zu?rcher Waldeigentümer schon vor hundert Jahren weit mehr waren als blosse Produzenten, nämlich verantwortungsvolle Wald­eigentu?mer, die alle Interesse an einem langfristig lebensfähigen und gesunden Wald hatten.»

Vor hundert Jahren war die Situation im Zürcher Wald eine ganz andere als heute, erläuterte der Umweltnatur­wissenschaftler Dr. Matthias Bürgi. «Licht und lückig» standen die Bäume, denn der erste Weltkrieg hatte zu einer grossen Nachfrage nach Holz geführt. Kein Wunder, wollten die Gründerväter mit dem Verband ihre Interessen als Rohstofflieferanten besser durchsetzen.

Heute beschäftigen sich die Waldeigentümer mit der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Holzpreise und den Ansprüchen einer 24-Stunden-Gesellschaft, während der Wald mit dem Klimawandel und eingeschleppten Krankheiten ringt.

Trotz dieser Sorgen blickt WaldZürich-Präsident Kaspar Reutimann optimistisch in die Zukunft. «Wir freuen uns darauf, das Generationenwerk Wald weiterfu?hren zu du?rfen. Um unseren Wäldern eine optimale Zukunft zu gewährleisten, sind wir auf Partner angewiesen. Dazu zählen Politiker, Fachleute, Forscher, Umwelt­verbände, Jäger, Sportler, aber auch alle Bu?rgerinnen und Bu?rger, denen der Wald am Herzen liegt. Klären wir, welche Leistungen alle diese Stakeholder vom Zürcher Wald und von uns Waldeigentu?mern erwarten und wie viel diese wert sind.» So könne WaldZürich weiterhin die naturnahe und nachhaltige Pflege und Nutzung unseres vielfältigen Waldes in die Tat umsetzen. Reutimann betonte: «Dank der verantwortungsvollen Arbeit der Zürcher Waldeigentümer leistet unser Wald viel für die gesamt Gesellschaft: er liefert den erneuerbaren Rohstoff Holz, er schützt uns vor Naturgefahren; er ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere; er speichert CO2 und schützt so das Klima; er kühlt unsere Städte, er reinigt unser Trinkwasser und er ist die grösste Outdoor-Arena des Kantons.»

Für Heiterkeit unter den rund 80 geladenen Gästen im Zunfthaus zur Zimmerleuten sorgte Kilian Ziegler. Der doppelt amtierende Slam-Poetry-Schweizermeister begeisterte mit seinen Wortspielen: «Der Wald versetzt mich ins Staunen, nicht umsonst heisst's Wow'd. Der Wald, der natürliche Lebensraum von Käfer, Hirsch und Bastien Girod. Und vor allem von den Bäumen. Ich gebe es zu, ich habe eine Faszination für die Bäume...Viele Politiker sagen, sie kümmern sich ums Interesse des kleinen Mannes. Aber nicht um das Interesse des Klimas. Der Wald schon. Der Wald leistet mehr fürs Klima als jede Klimakonferenz.»

Nach dem gelungenen Auftakt – exakt hundert Jahre nach dem Gründungsakt – geht es Schlag auf Schlag weiter mit den Jubiläums-Aktionen: Ab sofort verschenkt Wald Zürich seinen 330 Mitgliedern eine junge Zürcher Eiche: Als «Baum der Zukunft» soll die Eiche ein weitherum sichtbares Zeichen für ein vielfältiges Waldbild setzen. Am Sechseläuten-Umzug im April bestreiten die Waldeigentümer ein Gastspiel bei der Zunft zur Zimmerleuten. Und im Juni wird das Waldlabor auf dem Zürcher Hönggerberg eröffnet: Auf einem rund 150 Hektaren grossen Waldgebiet entsteht in den nächsten Jahren ein erlebnisorientierter Bildungs- und Forschungsort mit einem Zeithorizont von hundert Jahren. Das Waldlabor ist ganzjährig für die Bevölkerung geöffnet. (pd.)

Mehr zum Jubiläumsprogramm auf www.100waldzuerich.ch.

 

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