Glattalbahn auf halber Strecke langsamer

Bis zum tödlichen Unfall am 4. Juli war die Walliseller Haltestelle Neugut nicht als unfallträchtig bekannt. Das wird nun überprüft.

Es war erst der zweite Unfall an dieser Stelle; doch nachdem der erste mit Blechschaden glimpflich abgelaufen war, starb am 4. Juli ein 12-jähriges Mädchen, als es nahe der Haltestelle Neugut beim Überqueren der Gleise von der Glattalbahn erfasst wurde. Das Tram fährt an dieser Stelle auf eigenem Trassee, das zudem begrünt ist; der weiche Bodenbelag dämpft das Fahrgeräusch der ohnehin leiseren, 40 Tonnen schweren Fahrzeuge weiter.
In der Folge des Unfalles prüfen die Verkehrsbetriebe Glattal, welche die Bahn betreiben, ob dort neben Bodenmarkierungen und Lichtsignalen zusätzliche Massnahmen nötig sind. «Wir werden auch den Unfallbericht der Staatsanwaltschaft berücksichtigen», so Tino Kunz, Leiter Marketing und Kommunikation.


Als erste Massnahme haben die VBG die Geschwindigkeit der Trams auch an dieser Stelle auf höchstens 36 Kilometer in der Stunde herabgesetzt; zuvor waren dort 48 km/h erlaubt. Zudem planen die VBG, beim Bundesamt für Verkehr ein neues Signal zu beantragen, das blinkt und sich auf Augenhöhe von Fussgängern befindet, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. «Daneben führen wir zweimal jährlich eine entsprechende Kampagne durch», so Kunz weiter.
Damit ist nach etlichen Unfällen – die fast immer auf von Dritten missachtete Rotlichter zurückgingen – auf der Hälfte des VBG-Schienennetzes (insgesamt 12,7 Kilometer) heute Tempo 48 vorgeschrieben. Eine generelle Senkung auf der ganzen Strecke wäre aber «nicht unproblematisch» für den Fahrplan, so Kunz. «Die Glattalbahn wurde ausdrücklich als schnelles Verkehrsmittel konzipiert.» Auf eigenem Trassee sind 60 km/h erlaubt. (rs.)

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