Aus dem Gemeinderat: Wo bleibt Verstand/Verständnis?!

Seit zwei Wochen lesen sie nun Kolumnen von meinen Ratskollegen. Der Auftrag ist es, unsere Gedanken, was uns beschäftigt, kundzutun. Das wenn möglich mit Lokalbezug. So werden sie uns Gemeinderäte besser kennen lernen.
Nun denn, mich beschäftigen viele Dinge. Zum Beispiel die Veränderungen im Ortsbild von Kloten, die ganze Entwicklung mit der Altersvorsorge, die vielen Flüchtlingsströme auf der Welt, Hungersnöte, Klimaveränderungen oder allgemein die Zukunft unseres Planeten und welche Rolle ich dabei spielen werde.
Der Aktualität halber greife ich nun die Tage um die Ostern auf. Ich hoffe, sie konnten alle «Oschternäschtli» finden und Ostereier «dütschen». Vielleicht sind immer noch welche Schoggihasen unversehrt oder dann halt schon vertilgt. Das Fest der Auferstehung Jesu Christi verbrachten sie mit ihren Liebsten hier in Kloten oder anderswo mit einem kurzen (Städte-)Trip.


Für die Glücklichen unter ihnen haben sogar schon die Ferien begonnen. Doch bis es so weit war, mussten unzählige Besorgungen gemacht werden. Es sind ja schliesslich zwei Tage, an denen regulär kein Laden offen hat. Ausser im Flughafen und an den Bahnhöfen. Da widerspiegelte sich wieder die eklatante Seite unseres Wohlstandes. Ich kann das bestätigen, da ich dort arbeite. Jeder hat das Gefühl, oder zumindest kam es mir so vor, dass jeder gleich verhungern würde. Obschon wir gar nicht wissen, was Hunger bedeutet. Im Gegenteil, einige von uns motzen noch, wenn ein gewisses Lebensmittel nicht perfekt aussieht. Wie zum Beispiel, dass ein Laugengipfel nicht dunkel sein dürfe. Man bedenke aber, dass diese Gipfelart per definition dunkel gebacken wird. Da frage ich mich schon, wo unser Verstand ist?


Ein anderes Szenario vor einer Kasse oder sonst wo, wo mit Warteschlangen gerechnet werden muss: In unseren geregelten und gestressten Alltag vergessen wir manchmal, dass, wo Menschen arbeiten, auch Fehler passieren können beziehungsweise jeder Kunde braucht auch seine Zeit. Eine ältere Dame, Herren und Teenager haben nicht die gleiche Reaktionszeit beim Münzsuchen im Portemonnaie. Oder eine Mutter / ein Vater mit drei Kindern muss manchmal sechs Augen haben, um allen Einflüssen der Umwelt gerecht zu werden. Also liebe Besucher am Flughafen, habt bitte Verständnis, wenn mal etwas nicht zack, zack läuft.


Um die gleiche Thematik geht es auch beim Busfahren. In der Schweiz ist man es gewohnt, dass alle super- pünktlich erscheinen. Wehe, wenn
nicht. Dabei sind 98 Prozent der (kleinen) Verspätungen nicht vom Buschauffeur verschuldet. Ampeln haben nicht immer eine grüne Welle, Ticketkäufer haben nicht immer das nötige Kleingeld bereit und nicht zuletzt sind die Menschengruppen (siehe letzten Abschnitt) auch fleissige Busbenützer.
Da gibt es unzählig andere Situationen, wo unser Verstand / unser Verständnis gefordert ist. Aber das würde den Rahmen dieser Kolumne bei weiten sprengen. Also, das nächste Mal, wenn mal was wieder nicht zack, zack läuft: durchatmen und lächeln anstatt motzen.

Fabienne Kühnis, Gemeinderätin Grüne

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