Weniger Spitalpatienten, aber mehr Gewinn

Obwohl 2017 weniger Patienten stationär behandelt wurden als im Vorjahr, schliesst das Spital Bülach das Geschäftsjahr besser ab als budgetiert.

Konkret liegt das Ergebnis mit einem Gewinn von 6,1 Millionen Franken rund eine halbe Million Franken über den Erwartungen, wie das Spital in einer Mitteilung schreibt. Der Umsatz sei im letzten Jahr leicht um 0,3 Prozent auf rund 143 Millionen Franken gestiegen. Zurückzuführen sei dies vor allem auf einen höheren Anteil zusatzversicherter Patientinnen und Patienten. Ferner trage der Mehrertrag der AMC Airport Medical Center AG zum erfolgreichen Abschluss bei. Die Facharztpraxis am Flughafen Zürich wurde 2016 von der Spital Bülach AG übernommen.


Verschärfte Rahmenbedingungen
Für CEO Rolf Gilgen steht fest: «Trotz eines erfolgreichen Geschäftsjahres wollen wir den Ball flachhalten, denn die politischen Rahmenbedingungen verschärfen sich laufend. Unser oberstes Ziel ist und bleibt die erstklassige medizinische Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.» Zu den geänderten Anforderungen gehörten unter anderem, dass bestimmte Operationen nur ambulant statt stationär durchgeführt werden dürften. Auch die Einführung von Mindestfallzahlen für bestimmte Leistungen würden alle Spitäler dazu zwingen, das Leistungsangebot zu überdenken. Die entstehenden Ertragsausfälle seien schwer zu kompensieren, da gleichzeitig die Kosten beim Personal und durch notwendige Investitionen steigen würden, ist der Mitteilung des Spitals weiter zu entnehmen.


Das Spital Bülach reagiere auf die gestiegenen Anforderungen: Es erhielt den Leistungsauftrag für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und biete diese Behandlungen ab diesem Jahr auch für Kinder an. Um die Wartezeiten im Notfall zu verkürzen, seien eine zweite Aufnahme und ein grösserer Wartebereich eingerichtet worden. Dies sei notwendig geworden, da sich die Anzahl Notfall-Patientinnen und -Patienten jährlich erhöht habe. So behandelte das Spital 2017 über 35 000 Patienten im Erwachsenen-Notfall, das heisst rund 100 pro Tag. Zusätzlich sei die Kaderarztpräsenz am Abend erhöht worden. Neu komme der Notarzt mit eigenem Fahrzeug im Zürcher Unterland in der Regel aus dem Spital Bülach und müsse nicht mehr aus Zürich oder Winterthur anfahren. Damit würde sich die Anfahrzeit zum Patienten erheblich verkürzen.


Viertgrösste Geburtsklinik
Die Attraktivität des Zürcher Unterlands zeigt sich gemäss Medienmitteilung auch in der Geburtenrate. Mit 1456 Geburten sei das Spital Bülach die viertgrösste Geburtsklinik im Kanton Zürich. Besonders würden die jungen Familien die Sicherheit der Neonatologie für früh- und krank geborene Babys schätzen.
Auch für die Zukunft habe das Spital die ersten Weichen gestellt. So habe das Baurekursgericht im Dezember eine Einsprache des Heimatschutzes abgelehnt und grünes Licht für den Ersatzneubau gegeben. «Wir freuen uns, dass wir jetzt mit dem Architekturwettbewerb starten können und so den Grundstein für die zukünftige Entwicklung des Spitals Bülach legen können», sagt Gilgen.

Zurück

Partnerpublikationen:

Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Küsnachter Kilchberger Stadt-Anzeiger Der Glattfelder